Netzwerk Leistungselektronik Schleswig-Holstein

22. November 2019 Workshop - Energiewende in der Praxis - Demonstratoren, Förderprogramme und Quartiere in Schleswig-Holstein

Aktuelles

Neue Studie unterstreicht die zentrale Bedeutung der Leistungselektronik in Schleswig-Holstein

Die Leistungselektronik ist in Schleswig Holstein eine etablierte Querschnittstechnologie für viele gesellschaftliche Megatrends, wie die Energiewende, die Elektromobilität oder die Digitalisierung. An die 5000 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen arbeiten in Unternehmen, die sich mit der Entwicklung und Produktion leistungselektronischer Komponenten beschäftigen. Das ergab eine Studie zum Status und den Perspektiven der Leistungselektronik in Schleswig-Holstein, die das Fraunhofer ISIT im Rahmen des Netzwerkes Leistungselektronik Schleswig-Holstein in Auftrag gegeben hatte. Sie wurde heute auf der Husum Wind der Öffentlichkeit vorgestellt.

In der Studie wurden Unternehmen berücksichtigt, die sich in Schleswig-Holstein mit Forschung und Entwicklung im Bereich Leistungselektronik befassen oder leistungselektronische Produkte herstellen. Davon gibt es insgesamt 22 Unternehmen. Nicht berücksichtigt wurden Firmen, die in ihren Produkten zwar leistungselektronische Komponenten verbauen aber nicht selber fertigen.

Der Umsatz der Unternehmen, der allein auf die Leistungselektronik zurückgeführt werden kann, lag 2017 bei gut 502 Mio. EUR. Die Mehrzahl der befragten Unternehmen erwarten bis zum Jahr 2022 eine positive Entwicklung. Sie rechnen gegenüber 2017 mit einer Steigerung des Umsatzes von knapp 10 Prozent.

Für die Unternehmen ist nicht nur ein einzelner Anwendungsbereich, sondern gleich eine Vielzahl von Themen von großer Bedeutung, sowohl heute als auch zukünftig. Überwiegend sind dieses Anwendungsfelder und Themen im Bereich der Fahrzeug- und Verkehrstechnik, der Industrieelektronik und der Energietechnik.

Dabei bieten sie in Schleswig-Holstein ein weit gefächertes Spektrum an Leistungen an und decken mit ihren Produkten und Dienstleistungen alle Elemente der Wertschöpfungskette ab. Angefangen bei der Materialforschung, der Entwicklung und Fertigung von Bauelementen, Standard Baugruppen und spezifischer Module bis hin zur Herstellung von Geräten und Anlagen, in denen Leistungselektronik integraler Bestandteil ist.
Die Herausforderungen für ihre leistungselektronischen Bauelemente und Systeme sehen die Unternehmen in der Zukunft vor allem in der Gewährleistung einer hohen Zuverlässigkeit auch unter extremen Bedingungen, steigende Leistungsdichten bei immer kleiner werdender Baugröße sowie geringere Kosten bei gleicher Lebensdauer.

Auftraggeber, Ziele, Motivation

Das Netzwerk will mit den Ergebnissen der Studie seine zukünftigen Leistungsangebote optimieren, die Bedürfnisse der Partner zielgerichtet bearbeiten und damit einen Beitrag zur Stärkung der Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit der schleswig-holsteinischen Unternehmen leisten.

An dem 2017 vom Fraunhofer ISIT initiierten Netzwerk beteiligen sich von Unternehmensseite die großen Player zur Leistungselektronik in Schleswig-Holstein aber auch kleinere Unternehmen. Auf Forschungsseite sind sechs Hochschulen, Universitäten und Forschungseinrichtungen mit ihren Spezialkenntnissen in dem Netzwerk aktiv. Das Wirtschaftsministerium in Kiel unterstützt das Vorhaben im Rahmen des Landesprogrammes Wirtschaft und fördert anteilig Arbeiten zur Vernetzung und Abstimmung im Land.

Autoren und Vorgehensweise
Verfasst hat die Studie das Kieler Managementunternehmen DSN Connecting Knowledge. Konkret ging es in der Studie darum, welche Unternehmen und Forschungseinrichtungen heute und zukünftig mit welchen Themen in der Leistungselektronik unterwegs sind, wie es um die Nachwuchsförderung bestellt ist, wie die Akteure die finanzielle Förderung von EU, Bund und Land einschätzen und welche Aufgaben das Netzwerk zukünftig übernehmen sollte. Die Ergebnisse der Studie basieren auf Datenbank- und Literaturrecherchen, Online-Befragungen, und leitfadengestützte Experteninterviews. In einem abschließenden Netzwerkworkshop wurden die Ergebnisse der Studie diskutiert und inhaltlich eingeordnet.


Wünsche an das Netzwerk in der Zukunft
Die Befragungsergebnisse zeigten, dass gemeinsame Technologieentwicklungen, die Bildung von Forschungskooperationen, oder der Technologietransfer von der Wissenschaft in die Wirtschaft aus Sicht der Unternehmen vorrangige Maßnahmen sind, die das Netzwerk attraktiv machen. Darüber hinaus wünschen sich die Akteure des Netzwerkes Unterstützung, um sich im Dschungel öffentlicher Förderprogramme von EU, Bund und Land besser zu recht zu finden. Große Bedarfe bestehen insbesondere auch im Bereich der Projektmittelakquise.